Schuh-Straßenhändler in Maputo
Was mich immer wieder beschäftigt: Wie leben die Menschen hier zusammen? Eine Straße nahe der Uferpromenade: Auf der einen Straßenseite prächtige, neu gebaute Villen. Die Grundstücke von Mauern umgeben, geschützt von Stacheldraht und Elektrozäunen. Zehn Meter entfernt auf der anderen Straßenseite spielen Kinder im Schmutzwasser, die elenden Hütten aus bröckligen Ziegeln haben löchrige Dächer – Armut und Reichtum, zwei Welten treffen aufeinander. – Doch treffen sie wirklich aufeinander? Liegt der Sinn von Mauern, Stacheldraht und Elektrozaun nicht genau darin, das zu verhindern?
Und wie ist das mit uns selber? Würden wir auf den Schutzwall verzichten, wenn wir dort wohnten? Es mag ein Unterschied sein, ob ich der Armut, oder besser: den Armen auf der anderen Straßenseite täglich begegne, oder ob ich einige tausend Kilometer von ihnen entfernt lebe. Doch worin besteht dieser Unterschied? Je größer meine räumliche Entfernung ist, desto leichter fällt es mir, die Armut der andern zu vergessen. Zeitlich jedoch besteht kein Unterschied. Wo ich auch bin auf dieser Welt, in dieser Minute sind wir Zeitgenossen und teilen dasselbe Leben, nur dass wir in sehr unterschiedlichen Welten leben und sehr verschiedene Perspektiven haben.
Doch nicht alles, was auf den ersten Blick ärmlich scheint, ist es dann auch. Dies können wir entdecken, als Armindo uns zeigt, wie er und seine Familie leben. Wir verlassen mit dem Bus die Teerstraße. Der Sandweg ist staubig und uneben. Wir halten vor einer grauen Mauer. Kinder spielen im Dreck und posieren, dass wir sie fotografieren. Armindo zeigt auf einen schmalen Durchgang und sagt: Hinter dieser Mauer leben fünfzehn Familien. Wir treten ein, gehen eingezwängt zwischen verwinkelte Wände wenige Meter, vorbei an trocknender Wäsche, werfen Blicke in Küchen, in den auf offenem Feuer Bohnen und Reis gekocht wird und stehen schließlich vor Armindos Haus. Es hat ein großes Zimmer, dazu zwei kleinere. Alles ist sauber und ordentlich. Der Fernseher läuft. In einer Ecke steht eine Kühltruhe. Draußen auf dem Hof gibt es Spülklo und eine Dusche. – Ja, nach an unseren gewohnten Maßstäben lebt Armindo mit seiner Mutter und seinen Schwestern in sehr ärmlichen Verhältnissen. Verglichen mit anderen Mosambikanern lebt er allerdings so schlecht nun auch wieder nicht.
Armindos Familie und Nachbarskinder
Vor dreißig Jahren, 1979, kamen die ersten Vertragsarbeiter aus Mosambik in die damalige DDR. Bis zum Ende der deutschen Teilung wuchs ihre Zahl auf etwa 18000 Männer und Frauen, die aus dem Süden Afrikas in die DDR kamen. Einige von ihnen treffen sich noch heute regelmäßig in einem Park in der City von Maputo. Sie kämpfen um das Geld, dass sie vor vielen Jahren nach Hause überwiesen hatten und von dem fast nichts mehr da war, als sie nach Hause kamen. Ihren Treffpunkt markieren sie mit schwarz-rot-goldenen Farben. Und einmal pro Woche „gehen sie spazieren“. Das heißt: sie ziehen mit DDR-Fahnen und viel Radau durch die Stadt und machen auf sich und ihre Lage aufmerksam. Wir haben sie heute kurz besucht.
Bei den Madgermanes
tg
Hallo, und einen schönen guten Abend,oder schon einen "guten Morgen"?? !!! Das ist jetzt mein dritter Versuch, ein paar Zeilen zu schreiben, na, vielleicht kommen die jetzt an.
AntwortenLöschenIch freue mich auf diesem Wege ein bißchen dabei sein zu können!!!
Ich wünsche einen "gesegneten" Sonntag, mit lieben Grüßen, Sr. Heidemarie Schumann