Samstag, 25. April 2009

Samstag, 25. April - die vorerst letzten gemeinsamen Tage

Nun ist es uns doch nicht gelungen, jeden Tag kurz Bericht über unsere Reise zu erstatten. Nun ist es bereits Samstag Nachmittag und höchste Zeit, einige Nachträge anzubringen. Schließlich ist morgen schon unser letzter Tag hier in Mosambik! Also:

Am Donnerstag morgen brachen wir in Chicuque frühzeitig auf, um pünktlich in Maputo anzukommen. Erneut acht Stunden im Bus. Doch die Fahrt verlief ohne gefährliche Situationen, Gott sei Dank! In Maputo fuhren wir zuerst zur Kirchenkanzlei. Wir waren müde, verschwitzt und wollten eigentlich am liebsten ins Hotel. Doch die Bischöfin hatte darauf gedrungen, noch einmal bei ihr vorbeizuschauen. Doch als wir bei ihr ankamen, war sie leider schon auf dem Weg nach Schweden. Mit kühlen Getränken, guten Worten und Gastgeschenken verabschiedeten wir uns voneinander: Ja, diese Partnerschaft ist ein Geschenk für beide Seiten.

Sonnenaufgang über Maputo

Auch am Freitag galt es, morgens rechtzeitig am Hoteleingang zu stehen. Drei Allradtaxis warteten dort auf uns. Ins Maputo Elefanten Reservat sollte die Reise gehen. Mit der 6-Uhr-Fähre setzten wir nach Catembe über. 70 staubige und holprige Kilometer südlicher erreichten wir den Eingang ins Reservat.

Das kann ja heiter werden...

Kaum waren wir ins Tierschutzgebiet hineingefahren, blieb das erste Taxi auf den tiefsandigen Wegen stecken. Dann streikte das zweite Taxi. Anstelle auf die Tiere in Wald und Wiese schauten alle auf das rote Licht, das in schöner Regelmäßigkeit signalisierte: Der Motor wird zu heiß! Langer Rede kurzer Sinn: Wir mussten die Safari aus technischen Gründen abbrechen. Bloß gut, dass wir schon vorher wussten, wie Elefanten aussehen...

Ohne Allradantrieb ist man hier noch schneller am Ende.

Immerhin, einige Flusspferde und Krokodile haben wir gesehen. Oder wenigstens das, was von ihnen über die Wasseroberfläche hinausragte. Und das ist bekanntlich nicht viel.

Für uns ist hier Baden verboten.

Den Fahrern war es sichtlich peinlich. Aber auch sie konnten die Situation nicht ändern. Wenigstens servierten sie uns an einem schattigen Plätzchen ein gutes Mittagessen mit gekühlten Getränken.

Mittagsmahl im Dorf Bela Vista

Auch auf dem Rückweg mussten wir die Fähre benutzen. Nach afrikanischen Maßstäben befindet sie sich in einem brauchbaren Zustand. Dem TÜV allerdings dürfte sie wohl nicht unter die Augen kommen. Wichtig: wir kamen an.

Überfahrt von Catembe nach Maputo

Als Schadensersatz für die elefantenlose Elefantensafari lud uns das Reisebüro, bei dem die Tour gebucht war, am Abend zum Essen ein: Costa de Sol, ein gutes Restaurant am Meeresufer etwas außerhalb von Maputo. Anschließend konnte, wer wollte, Maputo bei Nacht erkunden. Einige wollten. So kamen wir in ein Café, in dem mosambikanische Musikanten aufspielten. Afrikanische Pop-Musik live. Das erlebt man nicht oft. Doch wir können nun sagen: Wir sind dabei gewesen! Und gelohnt hat sich das Vergnügen allemal. Dilon Ndjindji, der erste Künstler auf der Bühne, ist stolze 82 Jahre alt und quicklebendig. Es war eine Freude, ihm zuzuhören und zu –schauen.

Dilon Ndjindji und Band

Sonnabend morgen: Weil es am Abend vorher spät geworden war, schliefen wir aus. Nach dem Frühstück brachte uns der Bus in die „Baixa“, die Unterstadt, in der jeden Samstag vormittag der Künstlermarkt (oder ist es eher ein Touristenmarkt?) stattfindet.

Kunst und Krempel zum Greifen nah

Viele der dort vertretenen Künstler (oder sind es eher Händler?) sind Naturtalente auf dem Gebiet des Verkaufens. Und hartnäckig sind sie außerdem. Wie sollten sie es auch nicht sein? Sie leben davon, dass sie ihre Sachen verkaufen. Trotzdem, es geht einfach nicht: man kann nicht allen alles abkaufen, nur weil einer sagt, dass er Hunger hat und eine Familie zu versorgen... Doch abgesehen davon haben fast alle allerlei eingekauft: Batiken, Schnitzereien, Schmuck. Nebenbei: Der Preis muss natürlich verhandelt werden. Auch wer es nicht gewohnt ist, lernt es mit der Zeit. Dabei sollte das Ziel nicht im rechnerisch niedrigsten Preis bestehen. Vielmehr sollten am Ende beide Seiten das Gefühl haben, ein gutes Geschäft gemacht zu haben. Dann ist das Verhandeln des Preises auch keine verbissene Minimierung der Ausgaben, sondern viel eher ein lockeres Spiel zwischen Käufer und Verkäufer.

Der Preis ist ausgehandelt, jetzt wird gekauft.

Einige aus der Gruppe besuchen in diesem Moment das Teatro Avenida, in dem sich auch Henning Mankell, der bekannte schwedische Krimiautor, engagiert. Heute findet dort ein Klassikkonzert statt.

Ja, und morgen ist dann der letzte gemeinsame Tag...

1 Kommentar:

  1. Heidemarie Schumann25. April 2009 um 22:48

    Danke für den nochmaligen Bericht, nun wünsche ich noch eine behütete, gute Heimreise!!
    Falls dieser Kommentar noch gelesen werden kann, auch noch einen schönen Sonntag,
    mit lieben Grüßen an alle, aus Nürnberg, dem Mutterhaus, Sr. Heidemarie Schumann

    AntwortenLöschen