Sonntag, 19. April 2009

19. April – Zum Gottesdienst nach Cambine

35 Kilometer nordwestlich von Chicuque liegt Cambine. Von der asphaltierten Hauptstraße sind es noch zehn Kilometer Sandpiste bis ins Dorf. Als die methodistischen Missionare Ende des 19. Jahrhunderts von der Küste aus ins Hinterland zogen, kamen sie auch nach Cambine. Ein Grund, weshalb sie gerade hier siedelten, war die Quelle, die schon damals frisches klares Wasser spendete. Das tut sie bis heute. Es gibt wohl nur wenige Orte in Afrika, an denen man das Wasser direkt aus der Leitung genießen kann – ohne Filtern und Abkochen. Cambine gehört dazu. Ein hiesiges Sprichwort sagt: „Não há agua, não há vida.“ – Gibt es kein Wasser, gibt es kein Leben. In Cambine gibt es beides.



Die einzelnen Projekte der Mission werden wir am Dienstag besichtigen. Heute gehen wir hier erst mal zum Gottesdienst. Um neun soll er losgehen. Das tut er nicht. Es wird gegen viertel zehn gewesen sein, als die Männer singend in die Kirche einziehen. An diesem Wochenende findet die Bezirkskonferenz des methodistischen Männervereins statt. Deshalb gestalten die Männer den Gottesdienst. Die Kirche füllt sich langsam. Als etwa nach einer dreiviertel Stunde die Gemeindeglieder aufgefordert werden, durch die Kirche zu gehen und einander die Hand zum Gruß zu reichen, ist bereits eine stattliche Anzahl zugegen. Natürlich wollen viele unsere hellhäutigen Hände schütteln. Schließlich sind wir Ehrengäste.



Als solche werden wir dann auch begrüßt. Die Kinder der Gemeinde singen und tanzen für uns. Man spürt es ihnen ab: das tun sie gerne. Wir bekommen Kränze aus Bougainvilleablüten umgehängt. Dann müssen die Frauen nach vorn. Von den Frauen der Gemeinde bekommen sie ein Kopftuch aufgesetzt. Dann sind die Männer an der Reihe. Sie erhalten von den Männern einen Strohhut und eine aus Stroh geflochtene Handtasche. Eine Handtasche für Männer? Das sei hier typisch, sagt uns später einer, der es wissen muss.




Nach dem Gottesdienst gibt es reichlich Mittagessen. In Hinblick auf Lukas 14:15ff ist es ein geradezu biblisches Mahl. Viele der geladenen Gäste erscheinen nicht. Sie haben offenbar anderes zu tun. Schade! Doch das Essen ist gut und wir genießen es reichlich.

Ein Spaziergang über den kleinen Markt und zum Stausee unten im Tal dient nicht nur der Verdauung, sondern auch dem Kennenlernen des Ortes. Zum Abschluss des Tages treffen wir im Centro Orfanato, dem Waisenhaus, mit den dort lebenden Kindern und Jugendlichen zusammen. Die Freude ist groß – bei allen Beteiligten.

Bei den Kindern im Waisenhaus Cambine

tg

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen